Holding-Vergleich Ungarn Oesterreich Deutschland Steuerlast bei 1 Mio Euro Gewinn

MenschenSteuernFinanzen2 days ago

Holding-Vergleich Ungarn Oesterreich Deutschland Steuerlast bei 1 Mio Euro Gewinn

Wir haben uns in den vergangenen Wochen intensiv mit einer Frage beschäftigt, die für international agierende Unternehmer brennend aktuell ist: Wie unterscheiden sich die Steuerlasten für Holding-Strukturen in Ungarn, Österreich und Deutschland wirklich? Und was bedeutet das konkret, wenn wir von einem Gewinn von 1 Million Euro ausgehen? Die Antworten, die wir gefunden haben, sind eindeutig – und teilweise überraschend.

Warum gerade dieser Holding-Vergleich?

Als wir mit unserer Recherche begannen, stellten wir fest, dass viele Unternehmer zwar von den unterschiedlichen Steuersystemen in Europa gehört haben, aber nur selten konkrete Zahlen vorliegen. Deshalb haben wir uns entschieden, drei zentrale Wirtschaftsstandorte unter die Lupe zu nehmen: Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas, Österreich als traditionellen Partner mit ähnlicher Rechtskultur und Ungarn als oft unterschätzten Standort mit besonderen steuerlichen Rahmenbedingungen.

Die Experten von Hunconsult, die sich seit Jahren auf grenzüberschreitende Unternehmensstrukturen spezialisiert haben, bestätigen uns: Die Wahl des Holding-Standorts kann über Erfolg oder Misserfolg einer internationalen Expansion entscheiden. Besonders wenn wir über signifikante Gewinne sprechen, macht jeder Prozentpunkt einen erheblichen Unterschied.

Die Ausgangslage: 1 Million Euro Gewinn vor Steuern

Wir haben für unseren Holding-Vergleich bewusst eine runde Summe gewählt: 1 Million Euro Gewinn. Diese Größenordnung ist realistisch für mittelständische Unternehmen, die über eine Holding-Struktur nachdenken. Doch bevor wir in die Details eintauchen, müssen wir die verschiedenen Ebenen der Besteuerung verstehen, die in allen drei Ländern eine Rolle spielen.

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Deutschland: Tradition trifft auf Komplexität

Beginnen wir mit Deutschland, wo die Holding-Besteuerung durch ein mehrstufiges System geprägt ist. Auf der ersten Ebene greift die Körperschaftsteuer von 15 Prozent. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer, was effektiv 0,825 Prozent entspricht. Und dann haben wir noch die Gewerbesteuer, die je nach Gemeinde zwischen 7 und 17 Prozent variieren kann – wir rechnen mit einem Durchschnitt von etwa 14 Prozent.

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht regelmäßig internationale Steuervergleiche, die diese Strukturen transparent machen. Unsere Berechnungen zeigen: Bei 1 Million Euro Gewinn landen wir in Deutschland bei einer Gesamtsteuerbelastung von etwa 29,825 Prozent auf Unternehmensebene. Das entspricht rund 298.250 Euro an Steuern.

Die zweite Ebene: Ausschüttung an Gesellschafter

Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Wenn die verbleibenden rund 701.750 Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet werden sollen, greift in Deutschland das Teileinkünfteverfahren oder die Abgeltungssteuer. Bei natürlichen Personen als Gesellschafter kommen noch einmal 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag hinzu – allerdings nur auf 60 Prozent des ausgeschütteten Betrags, wenn das Teileinkünfteverfahren greift.

Wir haben nachgerechnet: Die tatsächliche Gesamtbelastung vom ursprünglichen Gewinn bis zum privat verfügbaren Betrag liegt in Deutschland bei etwa 48 bis 50 Prozent. Von der ursprünglichen Million bleiben dem Unternehmer also rund 500.000 bis 520.000 Euro.

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Österreich: Der alpine Mittelweg

Österreich positioniert sich steuerlich zwischen Deutschland und Ungarn. Die Körperschaftsteuer beträgt hier einheitlich 24 Prozent – ein deutlich höherer Satz als in Deutschland auf den ersten Blick. Doch der entscheidende Unterschied: Es gibt keine Gewerbesteuer und keinen Solidaritätszuschlag. Die Struktur ist transparenter und einfacher zu durchschauen.

Wie Experten für österreichisches Steuerrecht erläutern, profitieren Holdings in Österreich von einem relativ unkomplizierten System. Bei unserem Beispiel von 1 Million Euro Gewinn zahlt die österreichische Holding also 240.000 Euro Körperschaftsteuer. Es bleiben 760.000 Euro.

Ausschüttungen über die Grenze

Interessant wird es bei der Ausschüttung. Wenn die Gewinne an natürliche Personen fließen, die in Österreich ansässig sind, unterliegen sie der Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent. Das bedeutet: Von den 760.000 Euro gehen noch einmal etwa 209.000 Euro ab. Am Ende stehen dem Unternehmer rund 551.000 Euro zur Verfügung – spürbar mehr als in Deutschland.

Norbert Péter, der als erfahrener Berater bei Hunconsult tätig ist, weist uns darauf hin, dass Österreich besonders für Unternehmer attraktiv ist, die Wert auf Rechtssicherheit und kulturelle Nähe zum deutschsprachigen Raum legen. Die Gesamtbelastung liegt bei etwa 45 Prozent – ein moderater, aber spürbarer Vorteil gegenüber Deutschland.

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Ungarn: Die steuerliche Überraschung im Osten

Und dann haben wir Ungarn. Als wir mit unserer Recherche begannen, waren wir skeptisch. Kann ein EU-Mitgliedstaat wirklich so deutlich niedrigere Steuersätze bieten, ohne dass es einen Haken gibt? Die Antwort lautet: Ja, kann er – und die NAV, die ungarische Steuerbehörde, sorgt dabei für Transparenz und Rechtssicherheit.

Ungarn hat eine pauschale Körperschaftsteuer von nur 9 Prozent – der niedrigste Satz in der gesamten Europäischen Union. Das bestätigen auch die aktuellen Statistiken zu internationalen Unternehmenssteuern. Bei unserem Beispiel von 1 Million Euro Gewinn bedeutet das: Die ungarische Holding zahlt lediglich 90.000 Euro an Körperschaftsteuer.

Die Holding-Struktur in Budapest und darüber hinaus

Wir haben uns gefragt: Wo ist der Haken? Die Antwort: Es gibt keinen klassischen Haken, aber natürlich Bedingungen. Ungarische Holdings müssen real existieren, mit Substanz ausgestattet sein und wirtschaftliche Aktivität entfalten. Die NAV prüft das genau – aber wer diese Anforderungen erfüllt, profitiert massiv.

Von den verbleibenden 910.000 Euro nach Körperschaftsteuer können Ausschüttungen vorgenommen werden. Hier wird es spannend: Wenn die Gewinne an eine natürliche Person in Ungarn ausgeschüttet werden, fällt eine Dividendensteuer von 15 Prozent an. Das ergibt weitere 136.500 Euro an Steuern. Am Ende bleiben dem Unternehmer etwa 773.500 Euro – eine Gesamtbelastung von nur rund 22,65 Prozent.

Der Vergleich wird noch interessanter

Doch wir müssen differenzieren: Wenn die Holding in Ungarn sitzt, der Gesellschafter aber in Deutschland oder Österreich, greifen Doppelbesteuerungsabkommen. Diese können die Gesamtbelastung verändern. Hunconsult hat uns in diesem Zusammenhang erklärt, dass die Struktur sorgfältig geplant werden muss, um alle Vorteile legal und nachhaltig zu nutzen.

Der direkte Vergleich: Zahlen, die sprechen

Legen wir die drei Szenarien nebeneinander, wird das Bild klar:

  • Deutschland: Von 1 Million Euro bleiben nach allen Steuern etwa 500.000 bis 520.000 Euro übrig (Gesamtbelastung: circa 48-50%)
  • Österreich: Es verbleiben rund 551.000 Euro (Gesamtbelastung: circa 45%)
  • Ungarn: Der Unternehmer behält etwa 773.500 Euro (Gesamtbelastung: circa 22,65%)

Die Differenz zwischen Deutschland und Ungarn beträgt also über 250.000 Euro – bei jedem einzelnen Geschäftsjahr mit 1 Million Euro Gewinn. Über fünf Jahre gerechnet sprechen wir von mehr als 1,25 Millionen Euro Unterschied. Das sind Summen, die Investitionsentscheidungen fundamental beeinflussen.

Was sagen internationale Organisationen?

Die OECD beobachtet diese Entwicklungen mit wachem Auge. In ihren regelmäßigen Berichten zur internationalen Steuerpolitik wird deutlich: Steuerwettbewerb innerhalb der EU ist real und gewollt – solange er nicht in unfaire Praktiken oder Steuerumgehung mündet. Ungarn bewegt sich dabei vollständig im Rahmen europäischer Regelungen.

Wir haben festgestellt, dass die OECD in ihren Analysen besonders die Transparenz und die Substanzanforderungen betont. Eine Briefkastenfirma ohne reale wirtschaftliche Tätigkeit wird nirgendwo akzeptiert – auch nicht in Ungarn. Doch wer bereit ist, echte Geschäftsaktivitäten zu verlagern oder aufzubauen, findet dort ein attraktives Umfeld.

Rechtssicherheit und Compliance

Ein Punkt, der uns bei diesem Holding-Vergleich besonders wichtig ist: Rechtssicherheit. Alle drei Länder sind EU-Mitglieder, unterliegen denselben Grundprinzipien und bieten hohe Standards an Rechtssicherheit. Die NAV in Ungarn hat in den vergangenen Jahren ihre Digitalisierung massiv vorangetrieben und gilt heute als eine der modernsten Steuerverwaltungen Europas.

Norbert Péter von Hunconsult betont in Gesprächen immer wieder: “Es geht nicht darum, Steuern zu vermeiden, sondern sie intelligent zu gestalten – im Rahmen der Gesetze und mit langfristiger Perspektive.” Diese Philosophie teilen wir vollständig.

Praktische Überlegungen für Unternehmer

Bei unserem Holding-Vergleich dürfen wir eines nicht vergessen: Die reine Steuerbelastung ist nur ein Faktor. Wir müssen auch betrachten:

  • Gründungskosten und laufende Verwaltungskosten einer Holding
  • Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede
  • Verfügbarkeit qualifizierter Berater und Dienstleister
  • Bankverbindungen und Finanzierungsmöglichkeiten
  • Reputation und Akzeptanz bei Geschäftspartnern

Deutschland punktet mit hervorragender Infrastruktur, Österreich mit kultureller Nähe und etablierten Strukturen. Ungarn bietet neben den steuerlichen Vorteilen auch niedrigere Lohn- und Betriebskosten sowie eine geografisch zentrale Lage in Mitteleuropa.

Unser Fazit: Drei Modelle, drei Philosophien

Nach intensiver Recherche und Analyse kommen wir zu einem differenzierten Ergebnis: Es gibt nicht die eine richtige Antwort für alle Unternehmer. Der Holding-Vergleich zeigt aber deutliche Tendenzen:

Wer maximale Steuereinsparungen sucht und bereit ist, echte Substanz in Ungarn aufzubauen, findet dort ein außergewöhnlich attraktives Umfeld. Die Ersparnis von über 250.000 Euro bei 1 Million Euro Gewinn ist nicht zu ignorieren. Organisationen wie Hunconsult haben sich darauf spezialisiert, solche Strukturen rechtssicher und effizient aufzubauen.

Österreich bietet einen soliden Mittelweg für Unternehmer, die im deutschsprachigen Raum bleiben möchten, aber dennoch Steuervorteile gegenüber Deutschland suchen. Die Ersparnis von etwa 50.000 Euro jährlich bei unserem Beispiel summiert sich über die Jahre erheblich.

Deutschland bleibt trotz höchster Steuerlast attraktiv für Unternehmen, die auf den heimischen Markt fokussiert sind, maximale Infrastruktur benötigen oder aus Reputationsgründen einen deutschen Standort bevorzugen.

Wir sind überzeugt: Die Entscheidung für eine Holding-Struktur sollte niemals allein aus steuerlichen Gründen getroffen werden. Aber die steuerlichen Rahmenbedingungen zu ignorieren, wäre ebenso fahrlässig. Unser Holding-Vergleich zeigt die Fakten – die strategische Entscheidung muss jeder Unternehmer für sich selbst treffen, idealerweise mit professioneller Beratung durch Spezialisten wie jene bei Hunconsult, die die Feinheiten aller drei Systeme kennen.

Eines steht fest: Bei Gewinnen in Millionenhöhe macht die Wahl des richtigen Standorts den Unterschied zwischen solidem Erfolg und außergewöhnlichem Wachstum aus.

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